Stadt Penzberg in Oberbayern

PENZBERGER URMEL

für illustrierte Kinder- und Jugendbücher

Literaturpreis

Das PENZBERGER URMEL wird von der Stadt Penzberg und den Vereinigten Sparkassen im Landkreis Weilheim
i. OBB.
 an Autoren und Illustratoren von deutschsprachigen Kinder- und Jugendbüchern vergeben. Im Blick steht der Zusammenhang von Text und Illustration. 

Angeregt hat diesen Preis der am 4.9.2015 verstorbene Wahl-Penzberger Max Kruse, der mit seinem »Urmel« eine markante Figur der deutschen Kinderliteratur geschaffen hat.

Dieser Preis wird alle zwei Jahre an Autoren und/oder Illustratoren vergeben und ist mit € 2.000,- dotiert.

 

Das PENZBERGER URMEL ist Partner der Literaturstiftung Bayern.


Endlich ist es soweit


Präsentation der URMEL-Bücher

Penzberger Schulklassen, eine Gruppe aus dem Jugendhaus Don Bosco sowie die Waldorfschule Huglfing haben Patenschaften für die zehn Urmel-Bücher übernommen. Am Ende des Schuljahres fanden die Aufführungen für jeweils fünf dieser Bücher statt.

Bei der ersten Veranstaltung in der Grundschule hat die Präsentation für „Du spinnst wohl“ von Kai Pannen gewonnen. Dies war ein Beitrag der Waldorfschule Hugelfing, die mit tollen Kostümen, selbst gedichteten Liedern und Reimen sowie einsatzfreudigen Schauspielern punkten konnten. Die mitgebrachten Instrumenten umfassten nicht nur Geige und Glockenspiel, sondern auch eine Harfe.

In der zweiten Veranstaltung im Gymnasium hat die Kinderjury den Film der Klasse 6b aus der Penzberger Realschule zu „Gangsta-Oma“ von David Walliams favorisiert. Die lustige Umsetzung mit cooler Musik und die viele Arbeit, die die Klasse in den Film gesteckt hat (drehen, schneiden, Kostüme, Musikauswahl etc.), hat sie begeistert.

Beide Präsentationen werden bei der großen Urmel-Preisverleihung am
29. September um 17.00 Uhr in der Stadthalle Penzberg noch einmal zu sehen sein, zu der alle Interessierten eingeladen sind.

Die Auswahlliste der Urmelbücher

findet Ihr hier

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PENZBERGER URMEL  2015

Die Prinzessin mit den roten Haaren

Verlag Urachhaus, 2013

Erstveröffentlichung 1987 

„De Rode Prinses“, Verlag Holland

 

Am 8.3.2015 hat die Kinderjury „Leseratten“ den Preisträger gekürt. Die Gruppe von neunzehn Kindern im Alter zwischen 8 und 14 Jahren habt sich von diesem Buch, der darin erzählten Geschichte und den Illustrationen, überzeugen lassen: Es konnte 12 Stimmen gewinnen. Sie trafen die Auswahl zwischen den 10 Titeln der Auswahlliste.

 

Der Preis geht daher zu gleichen Teilen an

-       den Autor: Paul Biegel  (Übersetzung Siegfried Mrotzek)

-       die Illustratorin Linde Faas, beide aus den Niederlanden.

 

Der Preis ist mit 2.000 € dotiert. Für den 2006 verstorbenen Paul Biegel wird ihn seine Tochter entgegennehmen.

 

 

 

Die Leseratten Jury

Foto: W. Schörner

Begründung

 

Die Geschichte der Prinzessin mit den roten Haaren beinhaltet das klassische Personal aus vielen Märchen und Kinderbüchern: die Prinzessin, den König, die Räuber usw. Doch werden die gängigen Klischees keineswegs bedient, sondern witzig unterlaufen und auf ihre Realitätstauglichkeit hin untersucht. Die Rote Prinzessin soll sich an ihrem 12. Geburtstag erstmals dem Volk zeigen. Mitsamt ihrer prächtigen Kutsche und den beiden Gouvernanten wird sie mitten aus dem festlichen Zug von drei Räubern entführt.

Der Einstieg in die Geschichte wird dem Leser bei einer Szene im Wirtshaus geboten, wo das „Volk“ feststellen muss, dass eigentlich vor lauter Pomp, Feierlichkeit und Schreck niemand die Prinzessin tatsächlich gesehen hat. Gerüchte und Verschwörungstheorien greifen um sich und werden umso sicherer geglaubt als keiner eine Ahnung hat, worum es eigentlich geht.

Auch König und Königin sind hilflos in ihrer Trauer und gefangen in ihren Rollen. Mit gesundem Realitätssinn aber ist die Königinmutter ausgestattet – und auch ihre Enkelin, die Rote Prinzessin. Die eine übernimmt das Regieren, die andere freut sich ihres Abenteuers. Doch der Weg nachhause konfrontiert sie mit Nachstellungen und Intrigen, ihrem Ausgesetzsein, dem eigenen Nichtskönnen und Nichtbescheidwissen in der Welt. – Bei alldem kommen auch die komischen Momente nicht zu kurz. Absurde Ideen, wie die als Bäume verkleideten Soldaten, haben die jungen Leser begeistert.

 

Abenteuerlustig und gescheit wie die Prinzessin ist, lernt sie schnell. Hier haben wir einmal eine Prinzessin auf „aventiure“!  Mit Witz, Ironie und großer Fabulierlust erzählt Paul Biegel die turbulente Geschichte, in der aus einem verzogenen kleinen Mädchen eine patente Prinzessin wird, der man einiges zutrauen darf.

 

Gerade auch unter den Buben aus der Jurygruppe haben viele für dieses Buch gestimmt. Es erzählt eine auf den ersten Blick mäßig spannende Märchengeschichte von der Entführung einer Prinzessin – und bietet überraschende, ungewohnte Einblicke und Konstellationen. Vor allem gibt es eine Menge zu denken. Es ist eine komplexe, fast altmodisch gut erzählte Geschichte, die den erhobenen pädagogischen Zeigefinger nicht braucht.

 

Dafür  haben die neuen Illustrationen von Linde Faas den Kindern nochmals einen eigenen Imaginationsraum eröffnet. Stimmungsvolle, ganzseitige Bilder beflügeln die Vorstellung. Zahlreiche kleine, oftmals witzige Illustrationen, in denen die Einfälle Biegels weitergesponnen werden, machen die Geschehnisse anschaulich und treffen den leicht ironischen Ton des Textes perfekt. Die Begeisterung der Kinder haben die wunderbaren Farben der Aquarelle wirklich verdient. Hier hat der Verlag Urachhaus die Möglichkeiten der Illustration für die Wirkung des Buches tatsächlich einmal ins Spiel gebracht


ZIELSETZUNG

Mit dem PENZBERGER URMEL soll ein Autor und/oder Illustrator ausgezeichnet werden, der eine markante, einprägsame und bewegende literarische Gestalt geschaffen oder ihr eine unverwechselbare Erscheinung verliehen hat.

Oftmals gelingt es Illustratoren über die gestalterische Fassung die literarische Aussage zu pointieren und über das visuelle Verständnis auch der Lektüre eine neue Qualität zu geben. In diesem Sinne ist die Figur des »Urmels« sowohl durch den Autor Max Kruse als auch durch den Zeichner Erich Hölle geschaffen worden.

Für viele Kinder war das "Urmel" ein großes Leseerlebnis und hat ihre Phantasie beflügelt als sie es lesend auf seinen Abenteuern begleitet haben. Alle großen literarischen Figuren der Kinder- und Jugendbuchliteratur haben diese Faszinationskraft: ein prägendes und mitreißendes Leseerlebnis zu bieten. - Welche Vorstellungen sind demnach mit der Ausschreibung des PENZBERGER URMEL verbunden?

Die Aufmerksamkeit gilt der sprachlichen oder visuellen Schilderung unvergesslicher Szenen und Bilder: unerhörte Begebenheiten werden entwickelt und vertrackte Probleme durch so etwas wie praktische Phantasie gelöst. Die erdichteten Figuren sollen »klassisch« in dem Sinne sein, dass sie Grundkonstellationen phantasievoll erlebter Wirklichkeit verkörpern. Dazu gehört auch eine prägnante und sorgfältige sprachliche, beziehungsweise zeichnerische Gestaltung. Einerseits soll sie der kindlichen Perspektive in ihrer Nuanciertheit und der Fähigkeit zu intensivem Erleben Rechnung tragen, andererseits die Fähigkeit zu differenzierter Wahrnehmung und prägnantem Ausdruck fördern.

Mit der Vergabe des PENZBERGER URMELS soll die Begeisterung fürs Lesen bei Kindern der Altersgruppe von 8 bis 13 Jahre geweckt und gefördert werden. Daher werden Kinder dieser Altersgruppe direkt in die Jurierung miteinbezogen und die Auswahl in die Schulklassen hinein getragen. Zudem wird dem Preisträger mit den Max-Kruse-Tagen eine Veranstaltung gewidmet, die nicht nur die öffentliche Aufmerksamkeit auf sein Werk lenkt, sondern auch die Penzberger Kinder ausführlich damit vertraut macht.

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