Stadt trauert um verdienten Rathauschef
Die Stadt Penzberg trauert um ihren Altbürgermeister Herrn Kurt Wessner, der am 29. April 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.
Kurt Wessners politische Laufbahn begann im Jahr 1966 mit seinem Einzug in den Stadtrat.
Vom 1. Mai 1966 bis zum 30. Juni 1972 hatte er zudem die Funktion des Zweiten Bürgermeisters inne.
Am 1. Juli 1972 folgte Kurt Wessner auf den scheidenden Bürgermeister Anton Prandl. Vier Amtszeiten, bis zum 30. April 1996, lenkte Kurt Wessner als Erster Bürgermeister die Geschicke der Stadt Penzberg. Wessner wurde am 7. August 1984 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Am 19. Juli 1988 erhielt er die kommunale Verdienstmedaille in Gold, die Bürgermedaille in Gold folgte am 28. September 1990.
Am 26. April 1996 wurde ihm der Titel des Altbürgermeisters verliehen, zudem wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Penzberg ernannt.
Vor seiner politischen Laufbahn wurde Kurt Wessner, damaliger Bauingenieur, im Jahr 1962 zum Stadtbaumeister berufen. Ihm oblag im Wesentlichen die Planung und Gestaltung des neuen Stadtbildes im Rahmen des Gesamtprojektes Altstadtsanierung. Zu dieser Aufgabe wurde der eigentlich in Amerika arbeitende Wessner von seinem Vorgänger Anton Prandl bei einem Besuch in der alten Heimat überredet. In dieser Zeit stellte Herr Kurt Wessner erste richtungsweisende Weichen, damit aus der einstigen grauen Bergarbeiterkolonie eine moderne, florierende Stadt werden konnte. Das damalige Prädikat „lebenswerte Industriekleinstadt mit Naherholungscharakter“ geht definitiv auf das Wirken von Herrn Kurt Wessner zurück.
Der Neustart Penzbergs in der Post-Bergwerkszeit trägt damit ganz wesentlich Kurt Wessners Handschrift. Zwei Meilensteine, die beim Blick auf Herrn Kurt Wessners 24-jährige Amtszeit prägend auffallen, sind die Grundsteinlegung der Firma Boehringer-Mannheim (heute Roche Diagnostics) und der Stadtratsbeschluss, die ehemalige Berghalde zu einem Freizeit- und Erholungsgebiet umzugestalten.
Auch viele weitere Infrastrukturprojekte gehen auf Kurt Wessner zurück: Das Wellenbad, das Stadion, der Neubau des Städtischen Alten- und Pflegeheims, die Modernisierung des Krankenhauses, der Neubau der Stadtbücherei, des Feuerwehrgerätehauses, oder der Leichen- und Aussegnungshalle am Städtischen Friedhof, aber auch die Dreifachturnhalle am Wellenbad und die Josef-Boos-Turnhalle.
Neben seinem Bemühen um Freizeit- und Erholungsräume war es auch sein starkes Engagement zur Ausweisung von Wohnbau-, Industrie- und Gewerbeflächen, was Kurt Wessner insgesamt nach 24 Jahren eine „außergewöhnliche Bilanz“ über seine Amtszeit bescherte.
Altbürgermeister Kurt Wessner genoss in seiner Amtszeit über alle Fraktionen hinweg großes Ansehen. Das galt auch für sein Wirken im Kreistag Weilheim-Schongau, in dem er ebenfalls Wissen und Können einbrachte. Unter Kurt Wessner wuchsen freundschaftliche Bande zu den Partnerstädten Berlin-Schöneberg, Ahlen in Westfalen und Langon.
Von der französischen Partnerstadt wurde Herr Kurt Wessner am 12. Juli 2003 für sein partnerschaftliches Denken mit der „Medaille de Marie de Langon“ ausgezeichnet.
Die Stadt Penzberg und der Stadtrat sind Herrn Kurt Wessner zu großem Dank verpflichtet und werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren.
Das tiefe Mitgefühl von Bürgermeister Stefan Korpan, dem Stadtrat sowie der Rathausverwaltung gehört der Familie und den Angehörigen des Verstorbenen.
Stefan Korpan
Erster Bürgermeister

