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PM 22|2026 Das Ende als Anfang. BERND UND HILLA BECHER im Dialog mit Penzberg

Eine Ausstellung im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk anlässlich 60 Jahre nach Bergwerksschließung

19. Juli bis 18. Oktober 2026

 

Sprengung des Kamins des Penzberger Bergwerks. Foto: Stadtrachiv Penzberg

Ein Moment, der alles veränderte: 
Die Schließung des Bergwerks am 30. September 1966 löste in Penzberg einen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und städtebaulichen Wandel aus. Oberflächlich gibt es heute nur wenige Hinweise auf die Bergbau-Vergangenheit. 

Bernd und Hilla Becher (1931–2007, 1934–2015) machten diese Industrielandschaften, verschwindende Orte, zu ihrem Lebensthema. Mit präzisem Blick und unverwechselbarer Bildsprache schufen sie ein fotografisches Gedächtnis der Industriezeit. 
Im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk begegnen ihre Arbeiten nun einer 
Stadt, deren Geschichte selbst untrennbar mit dem Bergbau verbunden ist.

Die Ausstellung „Das Ende als Anfang. Bernd & Hilla Becher im Dialog mit Penzberg“ setzt die international bekannten Fotografien der Bechers in Bezug zur Geschichte Penzbergs, die über 170 Jahre vom Kohlebergbau geprägt wurde. Bereits Ende der 1950er Jahre begann das Künstlerpaar Industrieanlagen systematisch zu fotografieren. Auch wenn sie Penzberg nie bereist haben, so teilt die Stadt mit vielen der von den Bechers dokumentierten Orte eine ähnliche Erfahrung des Strukturwandels: Über Generationen hinweg zeichneten Fördertürme, Aufbereitungsanlagen und Maschinenhallen das Erscheinungsbild und das Selbstverständnis der Stadt aus. 

Nach dem Ende des Bergbaus 1966 verschwanden zahlreiche dieser Bauwerke. Die Fotografien der Bechers fungieren daher auch als visuelle Stellvertreter einer verlorenen industriellen Identität. Dank zahlreicher Leihgaben des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen, der Konrad Fischer Galerie, der Stiftung Ann und Jürgen Wilde und der Pinakothek der Moderne der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ist erstmals seit 2004 wieder eine große Präsentation des Künstlerpaares in Süddeutschland zu sehen.

Ergänzt wird die Ausstellung durch zeitgenössische Arbeiten der Künstlerin Lena Schabus, die sich in ihrer künstlerischen Praxis mit Landschaft und Transformationsprozessen auseinandersetzt. Gemeinsam eröffnen die Werke einen Resonanzraum für Fragen zu Verlust, Wandel und dem Fortwirken industrieller Geschichte in der Gegenwart. Zugleich verweist die Schau auf die Vergänglichkeit von Industriearchitektur und ordnet die lokale Geschichte in einen größeren historischen Zusammenhang ein.

Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich einem Oral-History-Projekt. Dabei sind die Bürger:innen Penzbergs eingeladen, ihre persönlichen Erinnerungen an die Schließung des Bergwerks und die Umbruchsjahre zu teilen. Durch Erzählungen, individuelle Perspektiven und erhaltene Objekte entsteht ein kollektives Gedächtnis der Stadt, das die künstlerischen Positionen der Ausstellung um eine unmittelbare menschliche Ebene ergänzt. Die persönlichen Stimmen machen erfahrbar, welche Chancen der Wandel mit sich brachte und wie er bis heute nachwirkt.

Die Ausstellung ist kuratiert von Diana Oesterle in Zusammenarbeit mit Anne Götzelmann. 


BEGLEITPROGRAMM

Ausstellungseröffnung | Museum Penzberg

19. Juli | Sonntag | ab 14 Uhr

Bei freiem Eintritt mit Kaffee, Sekt & Kuchen

Musikalische Begleitung durch die Musikschule Penzberg

 

Öffentliche Führungen | Museum Penzberg | sonntags 

26. Juli | 9. August | 23. August | 6. September | 20. September | 4. Oktober| 18. Oktober 

11.30 Uhr | Teilnahme € 5,- zzgl. Museumseintritt

 

Öffentliche Familienführungen | Bergwerksmuseum Penzberg | sonntags 

13. September | 11. Oktober 

11.30 Uhr |  zzgl. Museumseintritt – wir empfehlen die Kombikarte

 

Kombiführung „Becher und Bergwerk“ | Museum Penzberg + Bergwerksmuseum Penzberg

24. September | Donnerstag | 16.30 Uhr 

01. Oktober | Donnerstag | 16.30 Uhr 

Die frühabendlichen Führungen starten in der Kunstausstellung im Museum Penzberg und werden eränzt durch einen geführten Rundgang im Penzberger Bergwerksmuseum 

Teilnahme € 5,- zzgl. Museumseintritt – wir empfehlen die Kombikarte

 

Foto-Workshop + Führung | „Fragmente von Architektur“ | Museum Penzberg 

24. Juli * | Freitag | 14 – 17 Uhr

21. August ** | Freitag | 14 – 17 Uhr

Nach einer kurzen Impulsführung durch die Ausstellung erkunden wir mit dem Smartphone die Architektur des Museums und gestalten inspiriert von den Fotoarbeiten von Bernd und Hilla Becher eigene grafische Bildkompositionen. Die entstandenen Fotografien werden in Schwarz-Weiß bearbeitet, im Format 10 × 15 cm ausgedruckt und anschließend gemeinsam besprochen; die Bilder können von den Teilnehmenden mitgenommen werden. Es wird ein Smartphone benötigt.

Für Erwachsene, Familien, Kinder und Jugendliche, ab 12 Jahren, mind. 6 max. 10 Teilnehmer
*Verbindliche Anmeldung unter museum@penzberg.de

**Verbindliche Anmeldung über das Ferienprogramm der Stadt Penzberg 

Mit Sonja Allgaier

Teilnahme € 12 

 

Kunst & Wein | Museum Penzberg
10. September | Donnerstag | ab 18 Uhr | mit Anne Götzelmann

01. Oktober | Donnerstag | ab 18 Uhr | mit Diana Oesterle

Kunst- und Kulturgenuss in gemütlicher Atmosphäre: Nach einer Kuratorenführung entfalten sich bei einem Glas Wein Gespräche und Begegnungen rund um die Ausstellung. Eintritt und Führung kosten 8 € pro Person, das Glas Wein (0,2l) zwischen 5,50 und 6,50 €. Jahreskartenbesitzer und Mitglieder des Freundeskreises Heinrich Campendonk e.V. erhalten Führung und Eintritt gratis. Anmeldung an museum@penzberg.de

 

Festwochenende der Stadt Penzberg

25. bis 27. September

60 Jahre Bergwerksschließung in Penzberg – mit abwechslungsreichem Programm

 

Die Abteilung Bergbau im Deutschen Museum | Museum Penzberg

11. Oktober | Sonntag | 15 Uhr 

Vortrag von Dr. Michaela Meier, Deutsches Museum München

Termine können abweichen. Bitte beachten Sie unsere aktuellen Veranstaltungen auf www.museum-penzberg.de.

 

Das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk

Neben Sonderausstellungen wird Heinrich Campendonk(1889–1957) stets in Penzberg präsent sein: Das Museum verfügt über die weltweit größte Sammlung des Jüngsten im Umfeld des Blauen Reiters. Mit 21 Jahren kam Campendonk 1911 auf Einladung von Franz Marc und Wassily Kandinsky aus dem Rheinland nach Oberbayern. Auf der Suche nach eigenen Motiven beeindruckte ihn die Bergwerksstadt Penzberg mit ihren besonderen Koloniehäusern und Bergwerksanlagen. Werke aus allen Schaffensphasen und in vielen Arbeitstechniken stehen dem Museum zur Verfügung. Permanent sind Ölgemälde und Hinterglasbilder ausgestellt. 

Daneben spielt die Stadtgeschichte immer eine Rolle im denkmalgeschützten Altbau des Museums und seinem innovativen Zwillingsbau aus dem Jahr 2016 – nicht zuletzt mit der original möblierten Bergarbeiterwohnung von 1920 sowie dem Gedenk- und Informationsraum zur „Penzberger Mordnacht“ vom 28.04.1945 und wird sich ins Rahmenprogramm zum diesjährigen 80. Gedenken der Stadt Penzberg inkludieren.

Das Museum verdankt seine Erweiterung zum städtischen Kunstmuseum – mit der größten Sammlung zu Campendonks Oeuvre – der Großzügigkeit und dem Vertrauen von Dauerleihgebern, privaten Förderern, dem Freundeskreis Heinrich Campendonk sowie Fördermaßnahmen der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, des Bezirks Oberbayern, des Kulturfonds Bayern und nicht zuletzt der Ernst von Siemens Kunststiftung. Die Präsentation, Erforschung und Verbreitung von Campendonks Werk ist allen Unterstützenden ein wichtiges Anliegen.

Wir danken unseren Dauerleihgebern und den dauerhaften Unterstützern, der Firma Roche Diagnostics und dem Freundeskreis Heinrich Campendonk e.V. 


Museum Penzberg — Sammlung Campendonk

Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag 10 - 17 Uhr 
Am Museum 1, 82377 Penzberg 
+49 8856 813-480
museum@penzberg.de, www.museum-penzberg.de 

Öffentliche Führungen: Termine auf www.museum@penzberg.de


Bergwerksmuseum Penzberg

Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag, Samstag, Sonntag 10 - 17 Uhr 
Karlstraße 36/Rückgebäude Realschule 
Museum +49 8856 813 485, Verwaltung +49 8856 813 163

museum@penzberg.de, www.bergwerksmuseum-penzberg.de

 

Kontakt für Presse und weitere Informationen:

Museumsverwaltung
+49 8856 813-163 (neue Durchwahl)
museum@penzberg.de

Die Stadt Penzberg ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. 
Sie wird vertreten durch den Ersten Bürgermeister Thomas Kopf.


Die Pressemitteilung können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.

Flyer zur Ausstellung Bernd und Hilla Becher im Dialog mit Penzberg (pdf)