PM 78|2025 Stadt Penzberg schließt Renaturierung des Kirnbergmoors erfolgreich ab

Verschafften sich einen Eindruck vom Erfolg der Renaturierungsmaßnahme des Kirnbergmoores: (v.l.) Christian Haupt, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, Roche-Pressesprecher Dr. Johannes Ritter, Bürgermeister Stefan Korpan, Stadtbaumeister Justus Klement, Alina Thieme (Untere Naturschutzbehörde), Moormanagerin Lisa Schwarz, Georg Sindlhauser (stellvertretender Werkleiter Roche in Penzberg), Stadträtin und Anwohnerin Christine Geiger, Alexandra Link-Lichius (Fachberatung Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Umwelterziehung und Klimaschutz für den Schulamtsbezirk Weiheim-Schongau) sowie LPV-Vorstand Franz Geiger.

Mit der erfolgreichen Fertigstellung der Renaturierungsmaßnahmen im Kirnbergmoor setzt die Stadt Penzberg ein starkes Zeichen für den Klimaschutz und den Erhalt der regionalen Biodiversität. Auf einer Fläche von rund 4,9 Hektar wurde das entwässerte Moorgebiet im Nordosten des Stadtgebiets wiedervernässt – mit dem Ziel, die natürlichen CO₂-Speicherfunktionen zu reaktivieren und Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten zu sichern.

Das Projekt wurde im Rahmen des Entwicklungskonzepts Kirnbergmoor durchgeführt und von Roche in Penzberg vollständig finanziert. Die fachliche Begleitung erfolgte durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim und das Landratsamt Weilheim-Schongau. Umgesetzt wurde die Renaturierung mit Unterstützung des Landschaftspflegeverbands. Bei einem Ortstermin konnten sich die Projektbeteiligten nun selbst ein Bild von der erfolgreichen Renaturierung machen. 

Wiedervernässung für den Klimaschutz

Moore gehören zu den wirksamsten natürlichen CO₂-Speichern: Solange sie nass sind, binden sie große Mengen an Kohlenstoff im Boden. Moore binden weltweit auf etwa drei Prozent der Landfläche etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie der gesamte globale Waldbestand. Wird ein Moor jedoch entwässert, werden diese Vorräte freigesetzt – mit deutlichen Auswirkungen auf das Klima.

Durch die Wiedervernässung des Kirnbergmoors können künftig jährlich bis zu zehn Tonnen CO₂ pro Hektar eingespart werden. Das Projekt erzielt zudem einen ökologischen Wertzuwachs von rund 68.000 Punkten und verbessert die Wasserhaushalts- und Filterfunktion des Bodens nachhaltig.

„Mit der Renaturierung des Kirnbergmoors leisten wir einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz – direkt vor unserer Haustür. Gleichzeitig zeigen wir, dass kommunales Engagement, Begleitung durch Experten und wirtschaftliche Unterstützung Hand in Hand gehen können“, betont Bürgermeister Stefan Korpan.

Ein gemeinsamer Erfolg für Natur und Stadtgesellschaft

Neben der CO₂-Bindung bringt die Maßnahme auch Vorteile für den Hochwasserschutz und die Artenvielfalt. Durch Wiederaufbau der Moorschichten kann das Moor besser als „Schwamm“ fungieren. Bei Starkregen nimmt das Moor Niederschlagswasser auf und gibt es in Dürrezeiten wieder langsam an die Landschaft ab. Außerdem entstehen Lebensräume für spezialisierte Pflanzen und Insekten. Die Maßnahme wurde sorgfältig geplant, um sowohl ökologische als auch hydrologische Ziele zu erreichen. Dafür wurden unter anderem neue Grundwassermessstellen eingerichtet und die Entwicklung wird laufend von Experten überwacht. „Das Kirnbergmoor wurde jahrzehntelang künstlich durch ein Grabensystem entwässert, welches das Moor nachhaltig geschädigt hat. Die Wiedervernässung ist nun der Versuch das Moor mit all seinen Funktionen wiederherzustellen. Wie wir sehen, ist der Wasserstand heute dort wo er sein soll, nämlich knapp unter Geländeoberkante. Insgesamt wird die CO₂-Bilanz verbessert und auch die ökologische Stabilität der gesamten Landschaft gefördert. Eine Renaturierung ersetzt aber kein intaktes Moor“, erklärt Lisa Schwarz, Moormanagerin am Landratsamt Weilheim-Schongau.

Roche in Penzberg unterstützt Nachhaltigkeit in der Region

Roche hat im Rahmen der Norderweiterung am Standort Penzberg über die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen hinaus die klimawirksame Renaturierung des Kirnbergmoors vollständig finanziert. Das Biotechnologie-Unternehmen unterstreicht damit sein langfristiges Nachhaltigkeitsengagement für regionale Umwelt- und Klimaschutzprojekte. „Als Standort mit tiefen Wurzeln in Penzberg möchten wir aktiv zum Erhalt der natürlichen Lebensräume unserer Region beitragen”, erklärt Georg Sindlhauser, stellvertretender Werkleiter Roche in Penzberg, das Engagement. „Die Wiedervernässung des Kirnbergmoors zeigt, wie nachhaltige Kooperationen zwischen Wirtschaft, Kommune und Wissenschaft echten Mehrwert schaffen können.“

Umsetzung mit Hilfe des Landschaftspflegeverband Weilheim-Schongau e.V. (LPV)

Der Landschaftspflegeverband Weilheim-Schongau e.V. (LPV) unterstützte die Stadt bei der Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten, bereitete die Maßnahme vor – unter anderem durch die Markierung der Standorte der Stauwerke – und begleitete die Bauausführung. Der Verband ist ein Zusammenschluss von Kommunen sowie Interessenvertretern aus Landwirtschaft und Naturschutz, die gemeinsam Naturschutzprojekte auf den Weg bringen.

Christian Haupt, Geschäftsführer des LPV: „Da die Stadt Penzberg Mitglied im LPV ist, können wir sie bei solchen Naturschutzmaßnahmen umfassend unterstützen. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten hat hervorragend funktioniert, und die Maßnahme war ein voller Erfolg: Die Stauwerke sind dicht, das Wasser bleibt im Moor.“

Kommunaler Klimaschutz könnte auf weitere Flächen übertragen werden

Mit dem Kirnbergmoor hat Penzberg ein Leuchtturmprojekt im Bereich der kommunalen Klimaanpassung umgesetzt. Die Stadt plant, die gewonnenen Erkenntnisse auf weitere Flächen im Stadtgebiet zu übertragen und langfristig ein zusammenhängendes System ökologisch wertvoller Feuchtbiotope zu fördern. „Die Renaturierung des Kirnbergmoors ist ein Beispiel dafür, dass lokales Handeln globale Wirkung entfalten kann. Wir sind stolz, gemeinsam mit unseren Partnern einen Beitrag zum Schutz unseres Klimas und unserer Heimat leisten zu können“, fasst Bürgermeister Stefan Korpan zusammen. 

Moore als ideale Orte für Klimaschutz-Schulprojekte 

Alexandra Link-Lichius, Fachberatung Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Umwelterziehung und Klimaschutz für den Schulamtsbezirk Weiheim-Schongau, war ebenfalls bei der Exkursion dabei. Ihr ist es ein Anliegen Schülern den Klimaschutz konkret vor Augen zu führen. Für Link-Lichius ist Klimaschutz ein Handlungsauftrag, der an alle ergeht. Dank Unternehmen wie Roche, die zusammen mit den kommunalen Auftraggebern wie der Stadt Penzberg dafür eintreten würden, dass solche Maßnahmen ganz konkret vor Ort umgesetzt werden hätten Schulen und ihre Umweltbeauftragten nun die Möglichkeit, Kindern eine Teilhabe an der Umsetzung solcher Klimaschutzmaßnahmen zu ermöglichen. „Was hier zu sehen ist in Penzberg ist einmalig. Wir können sehen, wie ein Moorgebiet renaturiert wird. Schüler können erleben, wie Dämme gebaut werden und sehen mit eigenen Augen, wie sich das Moor nun positiv verändert.“ In Zukunft, so Link-Lichius, könnten Schüler, begleitet von Fachleuten, gar Pegelstandsmessungen durchführen oder helfen, junge Fichten aus den Mooren um Penzberg zu entnehmen. Das sei bedeutend. Denn: „Nur wer handelt, erfährt und sieht, der verinnerlicht Klimaschutz auch nachhaltig für sein eigenes künftiges Tun und Handeln.“

 

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Kommunikation . Kultur . Veranstaltungswesen
Thomas Kapfer-Arrington
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Die Stadt Penzberg ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Sie wird vertreten durch den Ersten Bürgermeister Stefan Korpan.

 

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